Die tägliche Intimpflege sollte so selbstverständlich sein wie das Zähneputzen. Leider ist es das nicht immer: unpassende Waschsubstanzen, eine ausbleibende oder zu übertriebene Intimhygiene beeinträchtigen das empfindliche Gefüge oder unterstützen Keime. Deshalb plädieren wir für einen selbstverständlicheren Umgang mit dem eigenen Körper und mehr Wissen über die natürliche Veränderung der Scheidenflora, die Intimpflege bei Mann und Frau sowie über die Grenzen und Möglichkeiten der Selbstbehandlung mit Naturmitteln.
Weil wir uns nicht für den Schambereich schämen, sprechen wir in diesem Blogartikel über pH-Werte und Intimflora, dos & don’ts der Intimpflege bei Mann, Frau und Kindern. Wir informieren über Anwendungsmöglichkeiten und Inhaltsstoffe verschiedener natürlicher Pflegeprodukte sowie über die Behandlung einfacher Erkrankungen der Schleimhäute. Viel Spaß beim Lesen!
Das Wichtigste auf einen Blick
- Regelmäßige Intimhygiene ist essentiell für die Gesundheit.
- Übertriebene Intimpflege kann der Flora schaden.
- Natürliche Produkte unterstützen ein gesundes Gleichgewicht.
- Hausmittel können bei leichten Beschwerden helfen.
- Wissen über den eigenen Körper fördert das Wohlbefinden.
Intimpflege für den Mann
Unter der Vorhaut des Mannes befinden sich immer Reste von Smegma, ein Sekret aus der Prostata. Es ist ein natürliches Sekret, doch manchmal wird es vom HP-Virus besiedelt. Wichtig: Regelmäßiges Waschen unter der Vorhaut ist für Männer ein Muss. Sobald das Sekret im Geruch oder Aussehen verändert und/oder die Haut gerötet oder gereizt ist, reicht Wasser alleine nicht mehr aus.
Intimpflege für die Frau
In den verschiedenen Lebensabschnitten der Frau kommt es durch hormonelle, medikamentöse, seelische oder körperliche Einflüsse immer wieder zu einem Ungleichgewicht der Schleimhaut und des Scheidenmilieus. Scheidenpilz, Geruch und Juckreiz sind häufige Begleiter eines solchen Ungleichgewichts.
Ein paar Fakten zur weiblichen Intimflora – Die Scheidenflora
Die Scheidenflora wird von Milchsäurebakterien besiedelt, die den Traubenzucker aus den Schleimhautzellen der Vagina zu Milchsäure vergären. Dieses saure Milieu hindert krankmachende Keime daran, übermäßig zu wachsen. Eine intakte Scheidenflora reguliert und schützt durch das saure Milieu.
Zu viel Pflege kann der sensiblen Intimflora schaden
Schön und gut, wenn untenrum alles frisch ist. In diesem Fall ist Wasser zur Pflege und Reinigung völlig ausreichend. Denn normalerweise reinigt sich die Scheide hervorragend selbst. Was aber, wenn die Scheidenflora aus dem Takt gerät? Diesen unangenehmen Erscheinungen wird häufig mit übertriebener Intimhygiene begegnet, was die Flora schädigen kann.
Was tun bei Scheidenpilz?
Innere Faktoren und äußere Einflüsse können das empfindliche Gefüge des Scheidenmilieus angreifen. Sehr oft ist ein Hefepilz-Befall mit unangenehm riechendem Ausfluss und Juckreiz die Folge. Im Regelfall lässt sich eine solche Infektion gut beherrschen, wenn man rechtzeitig die richtigen Maßnahmen ergreift.
Scheidenpilz Hausmittel: Kokosfett
Bei einem ersten Anflug von Scheidenpilz, also wenn du ein erstes unangenehmes Jucken oder Brennen beim Wasserlassen verspürst, kannst du als erste Hilfe-Maßnahme Kokosfett verwenden. Cremen dich die Scheide nach der Intimhygiene gut mit etwas reinem Kokosfett ein, gerne 2-3 Mal am Tag.
Scheidenpilz Hausmittel: Sitzbad
Um den Juckreiz erträglicher zu machen, bieten sich auch tägliche Sitzbäder mit Zinnkraut, Schafgarbe, Ringelblume und Kapuzinerkresse an. Diese enthalten Gerbstoffe, die sich positiv auf den Pilzbefall auswirken können.
Intimpflege während der Schwangerschaft und den Wechseljahren
In der Schwangerschaft und in den Wechseljahren zieht die hormonelle Veränderung auch eine Veränderung des pH-Werts im Scheidenbereich nach sich. Das Scheidenmilieu wird weniger sauer und damit anfälliger für Infektionen.
Bei Scheidentrockenheit: Intim Creme, Zäpfchen und Ovuli
Bei Scheidentrockenheit kann die Intimsalbe mit ein paar Tropfen Grapefruitkernextrakt verwendet werden, abwechselnd mit Joghurt. Wem das selbst anrühren zu umständlich ist, bekommt in der Apotheke Milchsäure-Vaginalzäpfchen.
Das Dampfbad für die Yoni: Yoni steaming
Bei uns in Deutschland begnügt man sich oft mit warmem Wasser. In Japan schwört frau auf das sogenannte Yoni steaming: Ein Verfahren, bei dem sich frau über einen mit Kräutern versetzten Wasserdampf setzt. Der Dampf reinigt und kräftigt Vulva und Vagina.
Anleitung für den Yoni Steam
- 1 Handvoll getrocknete Kräuter, z.B. Rotklee, Schafgarbe, Rose oder eine Mischung.
- Variante Hocker: Kräuter in eine Schüssel mit heißem Wasser geben und unter einen Hocker stellen.
- Variante Toilette: Sud in einen kleinen Topf geben und in die Toilette stellen.
- Die Dauer liegt zwischen 5 und 15 min.
Fazit
Die Intimpflege ist ein essentieller Bestandteil der täglichen Körperpflege und trägt zur Gesundheit und zum Wohlbefinden bei. Natürliche und schonende Produkte sowie regelmäßige, aber nicht übertriebene Pflege, unterstützen die Intimflora und helfen, Beschwerden vorzubeugen oder zu lindern. Ein bewusster Umgang mit dem eigenen Körper, Wissen über die Bedürfnisse und Veränderungen der Intimflora sowie das Einsetzen natürlicher Hausmittel können einen positiven Beitrag leisten.




