Seit Jahrhunderten begleiten uns Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) und Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) durch die verschiedensten Lebensphasen – vom ersten Zyklus über Kinderwunsch bis hin zu den Wechseljahren. Die traditionelle Pflanzenheilkunde schätzt ihre ausgleichende, schützende und regulierende Wirkung, besonders auf den weiblichen Körper.
In diesem Artikel möchte ich als Pflanzenheilkundlerin die kraftvollen Eigenschaften dieser beiden Heilpflanzen der Frauenheilkunde vorstellen. Besonders im Kontext von Zyklusproblemen, Kinderwunsch und hormonellen Schwankungen können sie wertvolle Begleiter sein.
Frauenmantel – die sanfte Begleiterin
Herkunft & Signatur
Der Frauenmantel wächst wild auf Wiesen, an Waldrändern und in Gebirgslagen. Seine weichen, runden Blätter, die Tautropfen wie Edelsteine festhalten, erinnern nicht umsonst an einen schützenden Mantel – Symbol für Weiblichkeit, Geborgenheit und Regeneration.
Wirkung in der Frauenheilkunde
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Hormonregulierend: Wirkt ausgleichend bei Zyklusstörungen, PMS oder unregelmäßiger Periode.
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Krampflösend: Lindert Menstruationsbeschwerden sanft.
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Stärkend: Unterstützt die Gebärmutter – besonders nach Geburt oder Fehlgeburt.
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Stimmungsaufhellend: Wird auch bei emotionalen Schwankungen rund um den Zyklus geschätzt.
Anwendung
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Tee: 1–2 TL getrocknetes Kraut mit 200 ml heißem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen. 2–3 Tassen täglich, besonders in der zweiten Zyklushälfte.
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Sitzbäder: Bei Ausfluss oder leichten Entzündungen im Intimbereich.
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Urtinktur: Tropfenweise zur Regulation bei PMS oder Wechseljahresbeschwerden.
Hirtentäschel – das stoppt, was zu viel wird
Herkunft & Signatur
Der Name „Hirtentäschel" stammt von der Form der kleinen, herzförmigen Schötchen, die wie eine Hirtentasche aussehen. Die Pflanze wächst beinahe überall – selbst auf Schuttplätzen –, was ihre robuste und regulierende Natur widerspiegelt.
Wirkung in der Frauenheilkunde
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Blutstillend: Bei zu starker oder zu langer Monatsblutung.
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Gefäßstabilisierend: Unterstützt bei schwachem Bindegewebe oder Neigung zu Krampfadern.
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Gebärmuttertonisierend: Fördert Rückbildung nach der Geburt oder Fehlgeburt.
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Wehenfördernd: Nur unter Hebammenanleitung in der späten Schwangerschaft.
Anwendung
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Tee: 1 TL Kraut auf 250 ml Wasser, 5–10 Minuten ziehen lassen. Bei akuten Beschwerden 2–3 Tassen täglich.
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Frischpflanzenpresssaft: Wirkt besonders effektiv bei starker Blutung (Apotheke oder selbstgepresst).
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Tinktur: 10–20 Tropfen in Wasser, bis zu 3× täglich bei Menorrhagie (zu starke Regel).
Kombination in der Praxis
Viele Hebammen und Pflanzenheilkundlerinnen empfehlen die Kombination von Frauenmantel und Hirtentäschel:
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Kinderwunsch: Frauenmantel stärkt die Gebärmutterschleimhaut, Hirtentäschel reguliert den Zyklus.
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Regelbeschwerden: Frauenmantel entspannt, Hirtentäschel bremst übermäßige Blutung.
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Nach der Geburt: Beide Pflanzen gemeinsam als Tee oder Tinkturmischung zur Rückbildung und Stärkung.
Hinweis zur Anwendung
Auch wenn beide Pflanzen traditionell als sicher gelten, gibt es wichtige Anwendungshinweise zu beachten:
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Anwendungsdauer Schwangerschaft Fachliche Beratung |
| Pflanzenheilkunde als Ergänzung: Wichtig ist zu betonen, dass Heilpflanzen keine Alternative zur medizinischen Behandlung darstellen, sondern eine wertvolle Ergänzung sein können. Jede Anwendung sollte individuell auf die Bedürfnisse abgestimmt und bei gesundheitlichen Problemen mit Fachpersonen abgesprochen werden. |
Fazit
Frauenmantel und Hirtentäschel sind zwei Pflanzen, die seit Generationen Frauen in ihrer Selbstheilung und Körperwahrnehmung begleiten. Ihre Wirkung ist sanft, aber tiefgreifend – wenn sie im richtigen Moment eingesetzt werden. Ob bei PMS, Zyklusunregelmäßigkeiten, nach einer Geburt oder in den Wechseljahren: Diese Pflanzen schenken uns Kraft, Balance und einen Hauch Naturmedizin.
Wenn Sie Fragen haben oder eine individuelle Beratung wünschen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Gemeinsam können wir einen Weg finden, wie diese traditionellen Heilpflanzen Sie auf Ihrer Reise unterstützen können.




